Historie

Die alte Gutsanlage entstand in der Nachfolge des Besitzes der Zisterzienserinnen,
nachdem der Ort 1546 in kurfürstlichen Besitz kam. Ab 1564 nutzen Joachim von
Roebel und seine Nachkommen die Klosteranlage als Rittergut. Nachdem das Amt
Friedland in preußischen Besitz kam, erhielt 1763 der Obristleutnant Hans
Siegismund von Lestwitz (1718-1788), der seinem König in allen drei Schlesischen
Kriegen erfolgreich gedient hatte, Friedland als Lehn. Nach seinem Tode ging der
Besitz an seine Tochter, Charlotte Helene von Lestwitz über (1754-1803), die mit
ihrem unabhängigen Geist und ihrem reichem, durch Gedankengut der Aufklärung
geprägtem Wissen, als Frau von Friedland zu einer Legende wurde. Mit der
Anwendung neuer Ackerbaumethoden und der wissenschaftlichen
Landwirtschaftslehre von Albrecht Daniel Thaer schaffte es Frau von Friedland, die
Ertragsfähigkeit des Guts erheblich zu steigern. Außerdem zeigte sie ein hohes Maß
an sozialer Verantwortung und ersetzte schrittweise die Frondienste der Bauern
durch geregelte Lohnarbeit. Sie galt als energisch und entschlussfreudig, was
Fontane mit den Worten kommentierte: „Es war eine seltene und ganz eminente
Frau, ein Charakter durch und durch“. Gemeinsam mit ihrer Tochter, Henriette
Charlotte von Itzenplitz, die den Geist ihrer Mutter geerbt hatte, förderte sie auch den
fortschrittlichen wissenschaftlichen und literarischen Zeitgeist. Im Jahre 1848 ging die
Herrschaft Friedland an Graf Heinrich August von Itzenplitz, den späteren
Staatsminister (Handelsminister), der sie an seine Tochter Gräfin Luise vererbte.
Diese war seit 1867 mit Karl August von Oppen verheiratet (Gräfin Luise von
Oppen, geborene Gräfin von Itzenplitz, 1839-1901, Grabstätte auf dem Friedhof
Altfriedland). Deren Nachkommen (zuletzt Karl von Oppen (1901-1974) führten das
Gut auch in den nachfolgenden Jahrzehnten bis zur Enteignung durch die
Bodenreform im Jahre 1945.

Zur Gutsanlage gehörten das Roebelsche Haus aus dem späten 17. Jahrhundert,
das barocke Amtshaus (Gutshaus) aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts und
dem gründerzeitlichen Kopfbau einschließlich Stallscheune und die
Grundstückseinfriedung mit Park. Die Gesamtanlage des Gutes dokumentiert die
nach der Säkularisation (Übergang katholischer Güter in weltlichen Besitz) erfolgte
Umnutzung der Klosteranlage und die seit dem 17. Jahrhundert nachvollziehbare
Geschichte des Adelsgeschlechts in Altfriedland.

Das Roebelsche Haus wurde nach 1564 zu einem repräsentativen märkischen
Adelssitz ausgebaut. Das Roebelsche Haus ist ein zweigeschossiger Putzbau von 5
Achsen unter keramisch gedecktem Satteldach, teilunterkellert mit einer mittig
ungewöhnlich starken Wand. 1725 ließ Christian Busse ein großes Amtshaus
(später Gutshaus) am südlichen Teil des Roebelschen Hauses anbauen: massiv, mit
25 Gebinden, eine Etage, 3 gemauerte Schornsteine sowie mit einem „holländischen
Dach“ (Mansarddach) mit Ziegeln. Die Gräfin Luise von Oppen ließ 1883 den
Südgiebel des barocken Gutshauses durch einen vollständig unterkellerten
zweigeschossigen massiven Kopfbau mit Walmdach ersetzen. Das barocke
Gutshaus wurde grundlegend überformt und innen wie außen neu gestaltet. So
wurde das Mansarddach vollständig ausgebaut. Gleichzeitig wurden die
Grundstückseinfassung und die Torpfeiler neu gestaltet bzw. gesetzt. Im Inneren hat
sich die ursprüngliche Raumanordnung weitgehend bis heute bewahrt. In der DDR-
Zeit wurde das Gutshaus unter anderem als Verwaltungssitz des Rates der Gemeinde genutzt. Südlich des Gutshauses befindet sich die ehemalige Stallscheune mit großflächigem Satteldach, ehemals die straßenseitige Begrenzung der Gutsanlage. Die Seite, die dem Gutshaus zugewandt ist, ist als massiver Ziegelbau ausgeführt – die Wohnung des Kutschers neben Pferdestall und
Remise – später in der DDR-Zeit zeitweise als Jugendclub genutzt; die Giebelwand
im unteren Teil wurde verputzt. Heute in Privatbesitz.

Seit Anfang der 1990er Jahren steht das Gutshaus leer und mehrere Versuche der
Gemeinde, die ehemalige Gutsanlage durch einen Verkauf einem sinnvollen
Nutzungskonzept zuzuführen, konnten nicht umgesetzt werden.

Mehr Informationen zum Gutshaus: Gutachten des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäölogisches Landesmuseum aus dem Jahre 2001 (3.3. MB).