Am vergangenen Samstag 25. Juni 2022 haben wir im Gutshaus der Zukunft die Ausstellung Land ohne Bilder eröffnet.

Die Fotoausstellung dokumentiert in beeindruckenden Aufnahmen die Entwicklung in Belarus seit dem Sommer 2020. Sie verdankt sich der Courage der Bürgerschaft, die Unrecht und Unfreiheit nicht hinnimmt, sondern gewaltfrei, kreativ und beharrlich für bürgerliche Freiheitsrechte eintritt.

Der im Vorjahr gegründete Verein MARA begleitet die belarussische Exilgemeinde und hat sich vom Mut dieser Bürgerinnen und Bürger anstecken lassen. Mit den aus Belarus heraus gebrachten Bildern wurde diese Ausstellung, unterstützt von der Landeszentrale für politische Bildung, konzipiert.

Es gibt keine Bilder mehr.

Nicht von den Bürgern auf den Straßen, den Versammlungen und Demonstrationen. Nicht von den Theatern, den Künstlern, Studenten und Schülern, den Arbeitern in den Fabriken und den Angestellten in Kliniken. Nicht von Journalisten, Reportern und vielfältigen Zeitungsständen.

Es gibt seit über einem Jahr keine freien unzensierten Nachrichten. Internetseiten sind abgeschaltet, Redaktionen geschlossen, Redakteure verhaftet, Theater aufgelöst, Studentenvertretungen verboten, Austauschprogramme abgesagt, in großer Zahl von Universitäten und Schulen verwiesene Studenten und Gymnasiasten. Über 1.200 Urteile wurden gefällt, um die Meinungs- und Versammlungsfreiheit zu unterdrücken. Die Weitergabe von Bildern und Nachrichten im Land und aus dem Land wird erschwert, als Spionage verfolgt und sehr hart bestraft.

Geblieben sind zur Schau gestellte Härte und Macht: leere Plätze inmitten der Städte, Leerstellen inmitten der Presse- und Medienlandschaft, eingeschränkte Programme der Theater, Clubs, Bildungseinrichtungen und Verbände.

Und arrangierte Propaganda: unpolitische Landschaft und Trachtengruppen, Aufmärsche der Polizei und der Armee, inszeniertes Nachtleben in den großen Städten.

Hier aber sind die Bilder. Unter großem Risiko und mit viel Mut aufgenommen und gespeichert. Bilder von der jetzigen Normalität mit dem verstörenden Nebeneinander von Lebensfreude und Gewalt, Niedergeschlagenheit und Mut. Uns übergeben, um sie zu zeigen und so dem wunderbaren Land, den dortigen Ereignissen und seinen Menschen ein Gesicht zu geben. Mit Ansichten und Geschichten.

Wer sich diese Bilder anschaut, wird angesprochen, zuweilen angeschrien und manchmal

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