Bericht in der MOZ von unserem ersten Altfriedländer Gespräch – von Ulrich Dahl – vom 6. Mai 2022

Gutshaus Altfriedland – wie teuer wird die Sanierung? Um das ehemalige Gutshaus in Altfriedland, dem Ortsteil von Neuhardenberg, sanieren zu können, hat die Familie von Oppen eine gemeinnützige GmbH gegründet. Mit welchen Kosten zu rechnen ist und woher das Geld kommen könnte. Merle und Christian von Oppen standen mit zufriedenen Gesichtern vor dem Altfriedländer Gutshaus. Die Frankfurterin und der Berliner sind mit der gemeinnützigen Gmbh „Gutshaus der Zukunft“ seit September 2021 Eigentümer der prominenten Immobilie im Neuhardenberger Ortsteil. Bei einem Tag der offenen Tür informierten sie über ihre Pläne für das Haus. Zu dieser Auftaktveranstaltung für die „Altfriedländer Gespräche“ waren auch Vereine und Initiativen des Ortsteils eingeladen, um über ihre geplanten Projekte zu berichten. In einem ehemaligen Wohnzimmer drängten sich die neugierigen Bewohner des Ortes so zahlreich, dass zu den 20 Stühlen noch einige Bierbänke gestellt werden mussten. Mitglieder der Familie von Oppen waren zahlreich angereist, auch Friedemann Hanke aus dem Landratsamt und Grit Körmer von der LAG Märkische Seen und der langjährige CDU-Politiker Hans-Georg von der Marwitz nahmen teil.

Erste Bestandsaufnahme erfolgt Auf besonders großes Interesse stießen die Ausführungen des Geschäftsführers der gGmbH Christian von Oppen. Er berichtete über die ersten Bestandsaufnahmen und Kostenschätzungen des Architekturbüros IPS aus Hoppegarten, auch federführend bei der Sanierung der benachbarten Klosterkirche. So wird allein die Sanierung der Außenhülle des Gutshauses etwa 1,7 Millionen Euro kosten. Insgesamt sei mit vier bis fünf Millionen Euro zu rechnen. „Daher treffen wir uns nächste Woche mit den Architekten, um zu besprechen, in welchen Etappen die Arbeiten durchgeführt werden können und was diese Einzelschritte dann jeweils kosten werden“, erläutert von Oppen. „Am dringendsten ist sicher die Rekonstruktion des Daches, danach können Fassade und Fenster folgen.“ Anschließend will er sich um die schrittweise Finanzierung bemühen. Gedacht ist an Fördermittel beispielsweise von der Denkmalförderung des Landes Brandenburg, Mittel von Stiftungen und Fundraising. „Auch unser Freundeskreis kann sicher einen kleinen Beitrag leisten“, ist sich von Oppen sicher. Nächstes Jahr sollen dann die Bauarbeiten beginnen, bis dahin sollte auch die denkmalrechtliche Genehmigung vorliegen.

Landkreis sichert Unterstützung zu In dieser Frage und bei der Begleichung der Kosten für die Sicherungsarbeiten nach dem Einsturz eines Teils des Daches sichert Fachbereichsleiter Friedemann Hanke Unterstützung durch den Landkreis Märkisch-Oderland zu. „Wenn es denn funktioniert, das Denkmal wieder herzurichten“, so Hanke. „Ich bin sehr froh, dass die verlorenen Jahre vorbei sind, das ist die Rettung im letzten Moment.“ Er finde es auch gut, dass die neuen Eigentümer noch kein fertiges Nutzungskonzept vorlegen. „So bietet sich die Chance, das Vorhaben in den Ort zu integrieren, weil die zahlreichen aktiven Gruppen und Vereine des Ortes die Möglichkeit erhalten, sich einzubringen.“ Die Erarbeitung eines solchen Nutzungskonzept steht denn auch für 2022 neben der Akquise von Geldern ganz oben auf der Agenda des Gutshauses der Zukunft. Vorgesehen ist unter anderem ein Raum für Erholung und ein Platz für Austausch und politische Bildung. Das Gutshaus soll zu einem Wirtschaftsfaktor und durch eine klimagerechte Sanierung zu einem Modellprojekt werden. 2023 sollen dann die Bauarbeiten an der Außenhülle starten und Entwürfe für den Innenausbau gefertigt werden. „Wenn alles gut läuft, können wir die Baumaßnahmen 2025 beenden“, hofft Christian von Oppen.

Sanierungspläne passen zur Aufbruchstimmung in der Region Zum Auftakt der „Altfriedländer Gespräche“ brachte der Ortsvorsteher Dieter Arndt seine große Freude darüber, dass es nun endlich vorwärts geht, zum Ausdruck. Mit Hinweis auf das Europäische Kulturerbesiegel für das Oderbruch und die aussichtsreiche Bewerbung um die Landesgartenschau 2026 sprach er von einer Aufbruchstimmung in der Region, in die das Projekt Gutshaus gut hineinpasse. Der Altfriedländer Frank Berg stellte in seinem Redebeitrag dar, dass es große Unterschiede im Ort gebe, diese Diversität aber am Puls der Zeit sei. Neue Projekte brauchten die Zusammenarbeit über die Grenzen der Vereine und Grüppchen im Ort hinweg. Diese sei möglich, auch wenn da der eine oder andere skeptisch ist.

Vereine präsentieren sich Der Verein Langes Haus berichtete, dass in diesem Jahr die Heimatstube neu und digital gestaltet wird und der Dorfbackofen noch mit einer Küche und Toiletten ergänzt werden soll. Der Verein Klosterkirche mit Carl August von Oppen freute sich, dass 2022 die Außensanierung der Kirche abgeschlossen wird. Danach soll es innen weitergehen und dann der Turm mit Toiletten und einer Teeküche ausgestattet werden. So könne die Kirche viel besser als bisher mit Konzerten oder Theateraufführungen bespielt werden. Erika Berg gab dann noch einen Ausblick auf die nächste Konzertsaison im ehemaligen Klosterrefektorium. Auch in diesem August und September werden hochkarätige Musiker alte Musik darbieten.

Gespräche bei Kräutertee und Grillwurst Vor dem Gutshaus trafen sich die rund sechzig Besucher dann bei Kaffee und Kuchen der Senioren des Ortes oder einer Grillwurst, angeboten von der Freiwilligen Feuerwehr, zu lebhaften Gesprächen und einem regen Austausch. So schenkte Alfred Effert seinen Kräutertee aus, die anderen Vereine stellten sich den Nachfragen der Gäste.

Termine für weitere „Altfriedländer Gespräche“ stehen Grit Körmer von der LAG Märkische Seen war es wichtig, dass das enorme Engagement der Akteure im Ort sinnvoll gebündelt werde. Das große Interesse und die Akzeptanz aus dem Ort unterstreichen die Notwendigkeit, das Gutshaus zu entwickeln. Vorherrschend bei den Besuchern war die Freude über den Aufbruch, nur wenige skeptische Stimmen erinnerten daran, dass auch der Vorbesitzer Gilbert Herren aus der Schweiz vor Jahren eine ähnlich optimistische Veranstaltung durchgeführt habe.

Die nächsten „Altfriedländer Gespräche“ sind für den 25. Juni 2022 mit der Eröffnung der Ausstellung „Land ohne Bilder“ des Vereins Mara mit Arbeiten zur Situation in Weißrussland sowie für den 11. September 2022 geplant. Dann wird zum Tag des offenen Denkmals „Visionäres von der Frau von Friedland“ Thema sein.

Immobilien in Neuhardenberg: Gutshaus Altfriedland – wie teuer wird die Sanierung? | MMH (moz.de)

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